
Was ist TCM?
Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, ist die allgemeine Bezeichnung für eine Reihe traditioneller chinesischer Behandlungsformen, welche sich über mehrere Jahrtausende in China entwickelt hat. TCM ist teilweise auch als Orientalische Medizin bekannt, die andere asiatische Behandlungsformen aus Japan, Korea, Tibet und Mongolei mit beinhalten kann.
Die chinesische Medizin analysiert die ganzheitliche
Funktionsweise des Körpers um das Zusammenspiel des internen
Körpersystems und deren Organe und die Beeinflussung durch äussere
Einflüsse zu verstehen. Aus diesem Verstehen heraus wird eine
Behandlung entwickelt, welches dann zur medizinischen Behandlung und
zur Prävention von Krankheiten angewandt wird, mit dem Ziel, das
Körpersystem nachhaltig wieder in sein Gleichgewicht zu bringen.
Dies klingt zugegebenermassen eher nach Esoterik und Philosophie, und
weniger nach wissenschaftlicher Medizin. Dies liegt vor allem am unterschiedlichen Ansatz der Chinesischen Medizin: Während das Fundament der westlichen
Schulmedizin auf der Grundlagenforschung beruht, beruht die Chinesische
Medizin auf das medizinische Wissen von über zwei Jahrtausenden gesammelter
empirischer Erkenntnisse. Diese umfangreiche und stetig weiterentwickelte "Wissens-Datenbank" stellt das Fundament der Chinesischen Medizin dar und ist fester Bestandteil der medizinischen Versorgung in Asien. Unabhängig vom medizinischen Ansatz: Gradmesser sowohl für die westliche Medizin als auch für die Chinesische Medizin ist letzendlich der klinische Erfolg.
Die auf diese Art über mehrere Jahrtausende gesammelten empirischen Erkenntnisse wurden in ein umfassendes Ordnungssystem eingegliedert, die auf den 5 Elementen, dem Meridiansystem des menschlichen Körpers, dem Yin-Yang und anderen Systemen basiert.
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Diagnose-Techniken
Die Grundlagen der TCM Diagnose sind:
Beobachtung (望 wàng), Hören und Geruch (聞 wén), Hintergrund-Informationen (問 wèn) und Puls überprüfen (切 qiè).
Eine Diagnose erfolgt anschliessend unter Verwendung eines Ordnungssystems zur Klassifizierung der Symptome. Das System der Diagnose beinhaltet unter anderem:
Yin od. Yang Fünf Elemente Acht Prinzipien Zang Fu Theorie Meridian Sechs Ebenen Vier Stationen Drei Jiao
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Behandlungstechniken
Es kommen hauptsächlich 6 traditionelle Behandlungstechniken der chinesischen Medizin zur Anwendung:
1. Tui na 推拿 2. Akupunktur 針疚 3. Moxibustion 艾炙 4. Schröpfen 拔罐 5. Herbologie 中药 6. Bewegung z.B. Qigong
Die Behandlungstechniken der chinesischen Medizin basieren auf dem Wissen, dass der menschliche Körper ein hochentwickeltes und hochkomplexes System darstellt und aus unzähligen Einzelkomponenten besteht, die, trotz ihrer hohen Komplexität, harmonisch miteinander interagieren, zusammenarbeiten und das Körpersystem im fliessenden Gleichgewicht halten. Wird dieses Gleichgewicht gestört - etwa durch äussere Einflüsse - erkrankt der Körper und das Körpersystem versucht aus eigener Kraft das Gleichgewicht wieder herzustellen. Diese natürlichen Selbstheilungkräfte des Körpers zu kräftigen und zu unterstützen, ist das Ziel der chinesischen Behandlungstechniken.
Aus Sicht der TCM sollte das Ziel externer Behandlungen sein, den natürlichen Selbstheilungskräften des Körpersystems behutsam zu assistieren - also Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten - und nicht die Selbstheilungskräfte durch die medizinische Behandlung selbst zu ersetzen. Dies ist ein wesentlicher Grund, weshalb in der Traditionellen Chinesischen Medizin weitgehend auf pharmazeutische Medikamente verzichtet wird, da diese z.T. tief in das natürliche Interagieren des Körpersystems eingreifen und in der Regel die Selbstheilungskräfte des Körpers überlagern. Überdies bringen pharmazeutische Medikamente häufig unangenehme und unerwünschte Nebenwirkungen mit sich. Insbesondere bei starker Pharmazeutika bzw. bei längerfristigen medizinischen Behandlungen von chronischen Leiden mit Pharmazeutika können diese Nebenwirkungen eine signifikante Beeinträchtigung der Lebensqualität darstellen.
Ein chinesisches Sprichwort besagt: "In jeder Medizin sind 30% Gifte." Dies ist ein weiterer Grund weshalb in der traditionellen chinesischen Medizin weitgehend auf Medikamente verzichtet wird. Kräuter und Heilmittel werden in der TCM daher in der Regel nur bei ernsteren Gesundheitsproblemen verabreicht.
In der Medikamentation lässt sich der grundlegend unterschiedliche Ansatz für medizinische Behandlungen zwischen der westlichen und chinesischen Medizin gut verdeutlichen. Westliche Pharmazeutika zielen in der Regel darauf ab die Krankheit bzw. deren Symptome - am Körpersystem vorbei - isoliert und direkt anzugreifen, um eine Linderung oder Heilung zu bewirken. Traditionelle chinesische Kräuter und Heilmittel hingegen zielen in der Regel darauf ab, das von der Krankheit bzw. vom Ungleichgewicht geschwächte Körpersystem gezielt zu stärken und dessen Selbstheilungskräfte in die Lage zu versetzen, aus eigener Kraft Erkrankungen zu bekämpfen, Beschwerden zu lindern und gesund zu werden bzw. aus eigener Kraft sein Gleichgewicht wieder zu finden.
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TCM und der Westen
In kaum einem anderen Begegnungsfeld der östlichen und westlichen Kulturen prallen zwei so grundlegend tief verschiedene Welten aufeinander wie in der Medizin. Denn die Betrachtungsweise, Methodik und Behandlung eines medizinischen Falles könnten unterschiedlicher nicht sein (persönliche Anmerkung: Ebensowenig wie man andere fremde Kulturen nach einem Werteschema als besser oder schlechter bewerten sollte, soll auch hier ausdrücklich keinerlei Bewertung vorgenommen werden, im Sinne, diese oder jene Medizin sei besser/schlechter - dies ist meiner Ansicht auch nicht adäquat möglich. // Anm. Won-Chan Inn).
Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass der stetige Kulturaustausch beider Welten auch mehr und mehr den medizinischen Bereich erfasst. In ärztlichen Praxen und vielen medizinischen Kliniken in Deutschland gewinnen traditionelle chinesische Diagnose- und Therapieverfahren zunehmend an Akzeptanz und Bedeutung. Anders herum werden in der TCM zunehmend die Vorteile der hochentwickelten medizinischen Technologie des Westens erkannt und adaptiert. Entwicklungen wie die Laserakupunktur beispielsweise sind das Ergebnis.
Die TCM ist jedoch - wie aus nachfolgenden Zitaten des 14-seitigen Genehmigungsschreiben der zuständigen österreichischen Bundesministerin Gehrer (Wien) zur Akkreditierung der ersten Europäischen TCM-Universität hervorgeht, nicht mehr wegzudiskutieren:
Auszug aus dem Akkreditierungsschreiben:
(Zitat Anfang) "Die TCM folgt einem Ansatz, der inhaltlich gewissermaßen quer zur westlichen Medizin liegt. Sie ist verlaufsorientiert und ist daher sowohl in Diagnose sowie auch in Therapie anders ausgerichtet als die westliche Medizin. Ein diagnostischer, von Labortechnik bestimmter Messansatz ist der Chinesischen Medizin fremd (...).
Die TCM wird seit zwei Jahrtausenden durch einen ganzheitlich bestimmten Ansatz in Diagnostik und Therapie bestimmt. Eingeführt ist eine horizontale Netzstruktur, in der die vorhandenen Kompetenzen im Sinne ganzheitlicher Diagnostik und Therapie zusammen geführt werden.
Qualifikationsmerkmal der chinesischen Medizin ist der klinische Erfolg. Grundlagenforschung im westlichen Sinne ist nachrangig." (Zitat Ende)
Der Oberste Sanitätsrat Österreichs hat schon vor Jahren z.B. die Akupunktur anerkannt, die Weltgesundheitsorganisation WHO hat darüber hinaus auch die Chinesische Arzneitherapie anerkannt.
In Deutschland ist ärztliche Akupunktur seit 2003 eine durch die Bundesärztekammer offiziell anerkannte Therapiemethode und durch die Integration in die Weiterbildungsordnung der Ärztekammern qualifiziert. Das Indikationsgebiet der Akupunktur und insgesamt der Chinesischen Medizin bezieht sich auf eine Vielzahl von Krankheitsbildern, sowohl funktionellen und psychosomatischen Krankheiten als auch organische Erkrankungen.
Ungeachtet dessen was von Zeit zu Zeit in der Boulevard-Presse oder entsprechende Medien zu lesen und zu hören ist: Die TCM ist wie jede seriöse Medizin keine Wundermedizin und kann natürlich keine Wunder vollbringen. Neuartige Behandlungsmethoden, die der westlichen Medizin fremd sind, und für westliche Maßstäbe ungewöhnliche Behandlungserfolge zeigen, sind medizinisch begründet. So genannte medizinische Wunder gehören in den geistlichen Raum einer Kirche, aber sicherlich nicht in den Raum einer medizinischen Praxis. Wie jede anerkannte Medizin auf der Welt hat TCM das Ziel, Linderung und Heilung zu bringen. Und wie jede andere Medizin hat sie auch ihre Grenzen. Diese Grenzen zu verkleinern und in neue Gebiete der Medizin vorzustossen ist ein stetiger Entwicklungsprozess, der durch den - auch manchmal holprigen - Erfahrungsaustausch zwischen östlicher und westlicher Medizin weitergetragen wird und für beide neue Grenzen öffnen wird.
Zusätzliche Anmerkung:
Bitte achten Sie unbedingt bei der Auswahl Ihres Heilpraktikers darauf, dass dieser vom zuständigen Bundesland behördlich zertifiziert und zugelassen sowie Pflichtmitglied in einem staatlich anerkannten Berufsverband ist. Leider wurde insbesondere in der Vergangenheit unter dem Deckmantel der Traditionellen Chinesischen Medizin viel Missbrauch getrieben durch viele selbsternannte "Heiler", "TCM-Mediziner", "Akkupunkturist" usw., so dass der Ruf der TCM
durch unseriöse Praktiken gelitten hat. Der deutsche Gesetzgeber hat
jedoch reagiert, so dass beispielsweise der Titel "Heilpraktiker" eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung ist und
ausschliesslich nur durch eine qualifizierte Ausbildung und eine
strenge behördliche und amtsärztliche Examensprüfung erlangt werden kann. Zudem sind
behördlich zugelassene Heilpraktiker Pflichtmitglieder in einem
staatlich anerkannten Berufsverband, z.B. im Fachverband Deutscher
Heilpraktiker. Sollte ein Heilpraktiker nicht in der Lage oder gar unwillens sein diese Nachweise auf Nachfrage vorzulegen, sollten Sie dies der zuständigen Aufsichtsbehörde melden und im Interesse Ihrer Gesundheit einen anderen Heilpraktiker Ihres Vertrauens auswählen.
Bearbeitungsstand: 1.12.2002
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